24 Stunden in Chile

Ursprünglich hatten wir ja geplant, unsere Südamerika-Reise im Süden von Chile zu beginnen und uns in den Norden vorzuarbeiten. Warum daraus nichts geworden ist, kann man hier nachlesen. Da wir letztendlich im Norden begonnen haben und in der Karibik mehr Zeit verbracht haben als geplant, mussten wir auch unsere weiteren Pläne überarbeiten und da ist Chile raus geflogen (auch weil wir unerwartet ein Visum für Brasilien bekommen haben – man muss leider Prioritäten setzen, alles geht einfach nicht). Da wir aber auch nicht nach Peru durften (3x dürft ihr raten: genau, wir haben kein Visum bekommen!), mussten wir von Ecuador nach Bolivien fliegen, anstatt uns auf dem Landweg vorzuarbeiten - dieser Flug ging via Chile, und da wir über 20 Stunden auf den Anschluss-Flug nach Bolivien warten mussten, haben wir diese Zeit genutzt, um zumindest einen groben Eindruck von Chile zu gewinnen.

Wir sind gegen 18 Uhr auf dem Iquique International Airport, im Norden von Chile, gelandet. Keine Stunde später waren wir bereits im Hostel (das wir vorab raus gesucht hatten) in der rund 40 km vom Flughafen entfernten Stadt Iquique (Einheimische, die wir kurz vorher kennengelernt haben, haben uns mitgenommen und in der Nähe des Hostels abgesetzt). Somit war noch genug Zeit sich am Abend die nähere Umgebung anzusehen und noch was Essen zu gehen. Am nächsten Tag sind wir relativ früh raus und haben eine große Runde durch die Stadt gemacht und damit wohl viel raus geholt für die kurze Zeit. Wir haben sogar wilde Seehunde an den Ufern am Stadtrand gesehen. Im zentralen Park gab es ein Gehege mit für das Anden-Hochland typischen Tieren. Rundherum gab es nur Wüste. Der Stadtkern war sehr modern und herausgeputzt, die Viertel rundherum waren eher heruntergekommen, fast schon etwas Slum-mäßig.

In Chile steckt sehr viel Europa, so zumindest unser Eindruck nach einem Tag in Iquique: die Preise und die enorme Auswahl in den Supermärkten, die überwiegend europäischstämmige Bevölkerung, der geordnete Verkehr: man muss sich vorstellen, als wir am Zebrastreifen gestanden sind und die Straße überqueren wollten, sind die Autos tatsächlich stehen geblieben. Wir konnten es anfangs gar nicht glauben. Hört sich vielleicht banal an, aber das war für uns etwas ganz Besonderes nach über 5 Monaten auf Reise, darunter überwiegend Länder, wo auf der Straße das “Recht des Stärkeren” gilt und da steht man als Fußgänger ganz weit hinten und muss entsprechend aufpassen. Wir haben uns zuerst gegenseitig angesehen und sind dann zögerlich über die Straße gegangen. Das haben wir dann noch 3 bis 4 Mal wiederholt, bis wir überzeugt waren, dass es sich nicht um einen Zufall gehandelt hat.

Gegen 16 Uhr mussten wir schon wieder am Flughafen sein, um unseren Flug nach Bolivien zu erwischen. Mehr war leider nicht drinnen, aber immerhin. Vielleicht ergibt sich ja ein anderes Mal noch eine Gelegenheit, mehr von diesem Land zu sehen: insbesondere Patagonien im Süden Chiles hätte uns sehr interessiert.

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