Thailand

Obwohl China auf jeden Fall ein sehr interessantes Land ist, waren wir doch sehr froh, als wir dann in Bangkok angekommen sind und damit unseren Ausflug in den Winter beendet haben – an die 28° bis 34° C (bei hoher Luftfeuchtigkeit) in Bangkok mussten wir uns allerdings auch erst wieder gewöhnen. Außerdem war es sehr angenehm, dass man sich hier wieder wesentlich leichter verständigen konnte. Und naja… dass alles deutlich günstiger war, würde ich jetzt auch eher als Vorteil werten ;)

Bangkok
Bangkok ist bekanntlich die Hauptstadt Thailands, durch die zentrale Lage aber auch absoluter Knotenpunkt… und so waren wir dort gleich mehrmals. Das erste Mal für 3 Tage, wo wir uns relaxed die Stadt angesehen haben, mit allem was so dazugehört. Bangkok ist mit rund 8 Mio. Einwohnern die mit Abstand größte Stadt des Landes und bietet, was man sich von einer Großstadt in Südostasien erwartet: Verkehrschaos, buntes Treiben auf den Straßen, unzählige Märkte und richtig dicke “Luft” (haben wir wesentlich schlimmer empfunden als in China).

Koh Si Chang – Silvester mal anders
Nach diesen ersten 3 Tagen ging es nach Koh Si Chang, südwestlich von Bangkok – eine kleine und relativ unscheinbare Insel, auf der wir so gut wie keinen Touristen begegnet sind (ausgenommen “Locals”, also in diesem Fall Thais). Insofern: ideal, um Silvester in entspannter Atmosphäre und mit Lagerfeuer am Strand zu feiern ;) – so ist es auch gekommen: haben uns im Laufe des Nachmittags mit einer Gruppe von rund 12 – 15 Thais verbrüdert, mit denen wir dann am Abend Speis, Trank und Lagerfeuer geteilt haben und versucht haben, zu den Thai-Songs mitzusingen, die von Gitarre und improvisierter Trommel begleitet wurden. Very nice – Silvester mal anders! Die hier lebenden Thais waren allerdings etwas abweisend… wie wir dann erfahren haben gibt es auch unter den Thais rechtsgerichtete – scheinbar sind wir da auf eine Hochburg von denen gestoßen.

Bangkok (Part II) – international office
Am dritten Tag ging es auch schon wieder zurück, und zwar wieder nach Bangkok: wir mussten uns jetzt mal um paar Visums kümmern. Das Visum für Indien, China und Thailand haben wir bereits vor der Reise organisiert – mehr ging nicht, da die Visums meistens ab Ausstellung gültig sind und insofern womöglich ausgelaufen wären, bevor wir das jeweilige Land erreicht hätten. Zudem wollten wir das auch etwas offen halten und uns nicht bereits vor der Reise auf eine fixe Route festlegen. Für jene, die es nicht wissen: wir sind mit einem bosnischen Pass unterwegs und brauchen daher für wesentlich mehr Länder ein Visum, als wir es mit einem österreichischen Pass bzw. eines anderen EU-Landes bräuchten. Reisen auf die harte Tour, sozusagen! ;)

Insofern haben wir uns hier mal um das Visum für Indonesien und Neuseeland gekümmert (nach Malaysia konnten wir Visum-frei einreisen und in Singapur gibt es das Visum auch mit bosnischem Pass “on arrival”). Somit wäre bis Südamerika alles organisiert, wo wir nach Chile (als eines der sehr wenigen Länder Südamerikas) ebenfalls Visum-frei einreisen können. Dort gibt es dann die nächste “Visa-Session”.

Das Visum für Indonesien war soweit unproblematisch und wir hatten es nach nur 2,5 Tagen im Pass. Neuseeland, mit recht strenger Regelung, war hingegen ein harter Brocken: nachdem wir zwei Formulare im Umfang von 28 Seiten ausgefüllt und eingereicht haben, hat man uns erzählt, das Anträge von Bosniern nur in London bearbeitet werden und die Unterlagen daher dorthin geschickt werden müssen… letztendlich wurden sie direkt in die Zentrale nach Neuseeland geschickt. Nach rund 2 Wochen hat man uns aus Neuseeland kontaktiert und zusätzlich noch detaillierte Informationen zu diversen Themen verlangt… inzwischen wissen die wohl mehr über uns als kaum jemand sonst. Hier haben wir uns von Anfang an auf eine längere Zeit in Ungewissheit eingestellt… was nicht so angenehm ist, wenn man den Flug nach und von Neuseeland bereits gebucht hat (Voraussetzung für das Visum) und so war es auch, hat aber einen positiven Ausgang genommen: Heute, 01.02.2013, nach fast einem Monat warten, konnten wir unser Visum endlich in der neuseeländischen Botschaft hier in Jakarta abholen.

Der Norden Thailands
Aber zurück zu Thailand ;) Nach dem Visa-Prozedere haben wir uns aufgeteilt: Nermin und Dusan sind gleich runter in den Süden, ich hingegen wollte mir auch das nördliche Thailand ansehen. Die erste Station war Lop Buri, rund 150 km nördlich von Bangkok. Interessant deshalb, weil es hier nur so von Affen wimmelt, die überall in der (Klein-)Stadt anzutreffen sind. Nach einem Tag ging es dann per Nachtzug weiter nach Chiang Mai – Ausgangspunkt für viele interessante Aktivitäten/Ausflugsmöglichkeiten… unter anderem: Wandern durch den Dschungel, Rafting, Geysir, Elefanten-Reservoire, traditionelle Dörfer,  das goldene Dreieck (Myanmar, Laos, Thailand) und der Mekong (10. längster Fluss der Welt, entspringt in Tibet). Nach meinem rund einwöchigen Ausflug in den Norden war ich noch für einen Tag in Bangkok, wo ich mich mit einer Freundin getroffen habe, mit der ich dann auch die restliche Zeit in Thailand gemeinsam gereist bin.

Der Süden Thailands
Erste Station war Koh Tao, eine kleine Insel, die vor allem für die Tauchspots (Korallenriffe) bekannt ist, aber auch sehr schöne Strände bietet. Hier haben wir alle drei einen Tauchkurs (“Open Water Diver”) gemacht, Nermin und Dusan rund eine Woche vor mir. Die beiden waren dann auch noch auf Koh Samui und Krabi/Ao Nang. Ursi und ich waren noch für 3 Tage im Nationalpark Khao Sok.

Resümee
Thailand hat den Tourismus zu einer der Hauptstützen des nationalen Wohlstands gemacht und entsprechend einfach ist es zu bereisen. Übernachtungen und Essen sind günstig, das Angebot vielfältig, die Gegebenheiten (Landschaft/Natur, Klima etc.) ein Wahnsinn. Wer es sich bei minimalen Strapazen für paar Wochen gut gehen lassen will und nicht vor Massen anderer Touristen zurückschreckt, der ist hier genau richtig.

Was sonst noch erwähnenswert ist: Der thailändische König. Sein Bild hängt einfach überall und er wird wie ein Halbgott verehrt. Beleidigungen oder sonstige Verunglimpfung der königlichen Familie werden sehr hart bestraft. Das geht so weit, das sogar Gegenstände mit dem Abbild des Königs mit Respekt behandelt werden müssen: steigt man zB auf einen Geldschein und jemand falscher sieht es, landet man im Gefängnis (da man ja quasi auf den König tritt, der auf allen Geldscheinen abgebildet ist). Zwei Mal am Tag ertönt die Nationalhymne (Radio/TV, auf öffentlichen Plätzen, Märkten, Parks etc.) zur Ehre des Königs – während die Hymne läuft, muss jeder aufstehen und bewegungslos stehen bleiben. Mir ist das u.a. auf einem sehr belebten Straßenmarkt in Chiang Mai passiert: plötzlich alle stehen geblieben/aufgestanden… und nur Sekundenbruchteile nach der Hymne setzt sich alles wieder in Bewegung. Wenn man es nicht weiß, wirkt das sicher komisch… wie ein perfekt einstudierter Flashmob oder so. In den Touristen-Hochburgen kriegt man all das allerdings nur bedingt (bis gar nicht) mit.

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China – mit vollgas Voraus!

Von China waren wir sehr positiv überrascht – dass sich China (insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht) sehr schnell entwickelt, hat sich inzwischen herumgesprochen… dass es aber bereits auf derlei Niveau ist, hätten wir uns niemals erwartet. Klar… wir waren hauptsächlich in größeren Städten, wo sich die Dinge immer etwas schneller entwickeln und die natürlich auch einen gewissen Vorzug seitens der Regierung genießen – als wir aber etwas später in Guilin (eine Provinz-Hauptstadt) waren bzw. die langen Zugfahrten quer durchs Land: der Fortschritt beschränkt sich keineswegs nur auf die großen Städte! Entweder die Stadt/Gegend ist bereits auf relativ hohem Niveau oder es wird mit Hochdruck daran gearbeitet. Wobei auch die bereits gut entwickelten Städte/Gegenden über eine sehr hohe Dichte an Baustellen verfügen… mit Europa keineswegs vergleichbar… das ganze Land befindet sich im Aufbruch, überall ist noch etwas zu tun – man kommt dem eigenen Wachstum/Fortschritt kaum noch hinterher.

Die Städte bzw. China im Allgemeinen ist sehr sauber. Wirft man zB einen Zigarettenstummel irgendwo unterwegs weg und kommt 15 min später an derselben Stelle vorbei, dann ist dieser in der Regel längst weggeräumt worden… jetzt mal sehr plakativ formuliert! ;) Aber es ist wirklich so… Reinigungskräfte sind allgegenwärtig und nehmen ihren Job – wie es aussieht – sehr ernst. Die Chinesen scheinen imAllgemeinen sehr fleißig zu sein.

Ein gutes Beispiel für die Entschlossenheit Chinas ist das Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetz. Vor wenigen Jahren hat man bei null begonnen, nur 3 Jahre nach Start hatte China bereits das längste Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt. Viele der (Teil)strecken sind bereits in Betrieb, mit 2 davon sind wir selbst gefahren. Die Züge der neuesten Generation (CRH380A, chinesische Eigenproduktion) erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 486,1 km/h – aktueller Weltrekord. So läuft es auch in anderen Bereichen, zB Autobahnen, Bildung, medizinische Versorgung etc. – all das wird mit enormen Tempo vorangetrieben und wo man noch nicht zur Weltspitze gehört, ist man zumindest auf dem Weg dorthin. Was auch beachtlich ist: (Groß)projekte werden in China in der Regel schneller als geplant fertig… davon können wir in Europa aktuell nur träumen ;)

Auch was Kultur betrifft, braucht sich China nicht zu verstecken und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken… von dem Chaos der Kulturrevolution (wo man – von Mao angeführt – versuchte alles Traditionelle abzustreifen) hat sich das Land gut erholt und es wird keine Gelegenheit ausgelassen, auf die eigene Geschichte, Kultur, Errungenschaften etc. aufmerksam zu machen. Und diese aufgeprägte Kultur beschränkt sich keineswegs nur auf China – wir haben uns inzwischen bis nach Singapur durchgeschlagen und der chinesische(neben dem indischen) Einfluss hat uns stets begleitet (Stadtviertel mit überwiegend chinesischer Bevölkerung, chinesisches Essen, Chinesisch als offizielle Amtssprache oder zumindest sehr präsent etc. - zB hier in Singapur stellen die Chinesen rund 80 % der Bevölkerung).

Vor einigen Wochen habe ich einen Artikel in der Web-Ausgabe einer österreichischen Tageszeitung gelesen, demnach Asien (insbesondere China) auf dem besten Weg ist, Europa bzw. “die westliche Welt” in puncto Lebensqualität und Wohlstand zu überholen – das können wir definitiv bestätigen (falls es nicht schon geschehen ist).

Ein paar von euch sind jetzt vermutlich irritiert von so viel Positivem in einem Artikel über China – liest man bei uns in der Regel nur Negatives. Wie in jedem Land bzw. System gibt es auch hier die negativen Seiten (sowie Gewinner und Verlierer), zB die Zwangsumsiedlungen bei großen Projekten (zB der “Dreischluchtendamm” als bekanntestes Beispiel), die lückenhafte und noch im Aufbau befindliche Gesetzgebung, die zum Teil Präkeren Arbeitsbedingungen in so manchem (staatlichen) Großbetrieb und vor allem die uneingeschränkte Macht der “kommunistischen” Partei. Da gibt es also noch einige Bereiche, wo Verbesserungsbedarf besteht – so düster wie bei uns dargestellt würde ich die Situation aber definitiv nicht bezeichnen und die Chinesen, mit denen wir gesprochen haben, haben auch nicht den Eindruck vermittelt.

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Shenzhen & Hong Kong

Shenzhen liegt direkt am Grenzfluss zu Hong Kong. Das beeindruckende an dieser Stadt: vor rund 30 Jahren war es eine Kleinstadt mit rund 30.000 Einwohnern – heute sind es rund 12 Mio. Da für uns Hong Kong als letzte Station feststand, war es die bequemste Möglichkeit zuerst hierher zu fahren.

Shenzhen ist eine auf Wirtschaft und High-Tech ausgelegte Metropole und spielt – obwohl im Westen kaum bekannt – inzwischen eine gewichtige Rolle. Shenzhen hat (ausgenommen Hong Kong und Macao) das höchste Pro-Kopf-Einkommen Chinas… und entsprechend sieht es hier aus.

Nach 2 Tagen ging es dann auch schon nach Hong Kong – ganz bequem, mit der U-Bahn bis zur Grenze, dort dann ein Stück zu Fuß, schnell die Grenzformalitäten erledigt und auf der anderen Seite wieder in die U-Bahn… nach einer rund halbstündigen Fahrt ist man dann im Zentrum.

Hong Kong ist eine extrem hochpreisige Stadt, insbesondere das Wohnen (inkl. Hotels) ist aufgrund der begrenzten Fläche (Hong Kong ist nach Macao das am dichtesten besiedelte Gebiet der Welt) extrem teuer… obwohl es Weihnachten war, haben wir nach relativ kurzer Zeit eine vernünftige Bleibe um unter € 10 pro Person gefunden – mit der wohl kleinsten WC/Bad-Kombination der Welt, aber ansonsten OK ;) Wir hatten mit wesentlich mehr gerechnet!

Am ersten Abend ging es auch gleich ordentlich zu – wie gesagt, es war Weihnachten und unser Hotel direkt im Zentrum. Die meisten Straßen wurden für Autos gesperrt und zur reinen Fußgängerzone erklärt… glaube nicht, dass einer von uns dreien mal mehr Menschen auf einem Fleck gesehen hat! Die darauf folgenden Tage war es zum Glück wieder ruhiger und wir konnten uns in der Stadt etwas umsehen. Obwohl die Chinesen die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellen (über 95 %), hat hier nur noch wenig an China erinnert… Hong Kong hat einen ganz eigenen, sehr internationalen Flair: beim Essen sind wohl alle Küchen dieser Welt vertreten, nahezu jeder spricht Englisch (was für eine Wohltat nach 3 Wochen China!) und nach Mitternacht war auf den Straßen wesentlich mehr los als vormittags.

Am letzten Tag wollten wir noch etwas ins Grüne, da wir in China hauptsächlich in Großstädten waren (und mit Bangkok schon die nächste wartet), hatten wir es schon ziemlich satt. Wir sind dann auf eine der Inseln vor Hong Kong gefahren, wo sich die (angeblich) größte Buddha-Statue der Welt befindet… zwar extrem touristisch aber Hauptsache raus aus der Stadt! ;)

Eine Besonderheit (im negativen Sinne) in Hong Kong sind die “Cage People”: aufgrund der bereits erwähnten hohen Lebenserhaltungskosten (eine der höchsten der Welt) teilen sich oft bis zu 15 Personen eine Mini-Wohnung, wobei jeder einen eigenen Käfig bewohnt, der rund 2 Kubikmeter misst. Der Rest (Küche, sanitäre Anlagen) wird gemeinsam genutzt. Rund 100.000 Menschen in Hong Kong leben in derart Verhältnissen.

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Guilin

Guilin liegt im autonomen Gebiet Guangxi in Südchina und ist mit rund 5 Mio. Einwohnern die kleinste Stadt, die wir in China gesehen haben. Man hat hier aber nicht das Gefühl in einer Großstadt zu sein, da es sehr grün ist und zudem überall im Stadtgebiet die steilen Felsen/Berge hervorragen – eine wirklich beeindruckende Kulisse! Zudem gibt es einige Seen und Flüße (das Stadtzentrum ist quasi eine Insel). Nach Guilin sind wir ebenfalls mit dem Zug gefahren – hier gibt es allerdings (noch) keine Express-Strecke und man nimmt es auch mit der Pünktlichkeit nicht so genau: 20 Stunden und 20 Minuten für 1335 km (nach Plan wären es rund 17 Stunden gewesen) – unsere bisher längste Zugfahrt.

Ursprünglich wollten wir zu den “Yellow Mountains” (Huangshan) fahren – ein Gebirge mit steil aufragenden Felsformationen, bis zu 1864 m hoch. Die Berge bzw. Landschaft dort hat dem Film “Avatar” angeblich als Vorlage gedient… am besten einfach mal “Huangshan” bei Google (Bilder) eingeben ;) Da aber das Wetter alles andere als ideal war, haben wir uns entschieden direkt nach Guilin zu fahren, das ebenfalls für seine Berglandschaft und die vielen (Tropfstein-)Höhlen bekannt ist… Fehlanzeige: auch hier Regen und zu kalt und wir mussten uns mit dem besteigen kleinerer Berge, dem durch die Stadt und Märkte schlendern und dem Besuch einer Höhle begnügen. Ein geplanter Ausflug zu den Reis-Terrassen und eine Bootsfahrt auf dem Li-Fluss nach Yangshuo (eine kleine, traditionelle Stadt) haben wir bleiben lassen.

Was uns in Guilin erschreckt hat bzw. was wir (in diesem Ausmaß) nicht erwartet haben: die Stadt ist extrem auf Tourismus ausgelegt… fast jeder Park, jede Höhle, jede Felsformation (die einem Tier ähnlich sieht oder sonst wie “besonders” ist) – alles abgesperrt und kann nur gegen Gebühr betreten / aus der Nähe besichtigt werden. Mit Touristen sind hier in erster Linie Chinesen gemeint… Ausländer haben wir so gut wie keine zu Gesicht bekommen. Auch die Tropfsteinhöhle war ein Witz: gut ausgebaute Wege, alles (in bunten Farben) beleuchtet und anstatt etwas Interessantes zu erzählen, hat unser Guide nur erzählt, welcher Felsen welchem Tier (oder Fabelwesen oder sonst was) ähnlich sieht… und wir dachten es wäre bei Regenwetter eine gute Option ;)

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Hangzhou

Nach Shanghai wollten wir uns ins “Landesinnere” vorarbeiten, da Hangzhou (mehr oder weniger) auf dem Weg liegt und da es hier auch paar interessante Dinge zu sehen gibt, haben wir einen 2-tägigen Zwischenstopp eingelegt. Hangzhou ist ebenfalls bereits an das Hochgeschwindigkeitsnetz (Zug) angebunden und wir waren in unter einer Stunde hier (rund 165 km).

In Hangzhou beginnt der Kaiserkanal, der bis nach Peking führt – die längste von Menschen errichtete Wasserstraße. Der Höhenunterschied vom einen zum anderen Ende beträgt lediglich 42 Meter, und das bei einer Länge von mehr als 1800 km. In Hangzhou befindet sich auch der berühmte (und in China und Japan vielfach kopierte) “Westlake”, ein im 8. Jahrhundert künstlich errichteter See. Ebenfalls angesehen haben wir uns den Lingyin-Tempel, ein im 4. Jahrhundert errichteter buddhistischer Tempel. Leider hatten wir in Hangzhou kein Glück mit dem Wetter – für die Jahreszeit zu kalt (~6 – 8 °C) und regnerisch.

Hier haben wir uns von unserer chinesischen Freundin getrennt, die zurück nach Shanghai gefahren ist – danke nochmal auch an dieser Stelle für die vielen Tipps, interessanten Gespräche und den dadurch entstandenen Einblick in die chinesische Kultur/Mentalität! :)

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Shanghai

Von Peking ging es per Express-Zug nach Shanghai, die rund 1260 km haben wir in 4 Stunden und 55 Minuten zurückgelegt und sind pünktlich auf die Minute in Shanghai angekommen. Der Zug ist sehr modern (chinesischer Eigenbau) und die gesamte Strecke ist auf Stehern (einige Meter über der Erde) errichtet und geht im Wesentlichen immer nur geradeaus – der Zug war nahezu durchgehend mit knapp über 300 km/h unterwegs. Würde dieser Zug mit entsprechender Infrastruktur in Österreich verkehren, könnte man die Strecke Wien – Salzburg in nur etwas mehr als einer Stunde zurücklegen… nur mal so als Beispiel ;)

Shanghai selbst ist – wie allseits bekannt – eine sehr moderne, internationale Stadt. Ein Hochhaus reiht sich an das Nächste und die Stadt scheint kein Ende zu nehmen. Mit der Unterkunft hatten wir diesmal Glück: Ein gutes Zimmer zu einem für Shanghai guten Preis – und das bei bester Lage (direkt am People’s Square, nur rund 15 Gehminuten von “The Bund” entfernt – das ist genau gegenüber der weltberühmten Skyline). Auch das Wetter meinte es gut mit uns: nach den Minus-Graden in Peking waren die 17°C in Shanghai nahezu sommerlich – leider wurde es von Tag zu Tag schlechter und am 3. Tag haben wir dann den ersten Regen (nach 35 Tagen auf Reise!) erlebt.

Ein Highlight in Shanghai war die Aussicht aus dem Jinmao-Tower, in dem sich im obersten Stockwerk (88.) eine Aussichtsplattform befindet.Dieses Gebäude war vor vier Jahren noch das höchste in China (420,5 m), inzwischen ist es auf Rang fünf. Immerhin ist es aber noch der zweithöchste Wolkenkratzer von Shanghai und die Aussicht ist einfach gewaltig. Auch interessant: die Altstadt. Mitten in Shanghai(Downtown), umzingelt von Hochhäusern, hat man eine kleine Fläche in traditioneller Bau- bzw. Lebensweise gelassen… ein sehr krasser Kontrast! Auch ein Besuch im “Shanghai Science & Technology Museum” stand auf dem Programm… hier gab es ebenfalls sehr viel Interessantes zu sehen – man sollte aber genügend Zeit einplanen (die eingeplanten rund 5 Stunden haben nicht für alle Teilbereiche gereicht).

Am zweiten Tag haben wir eine junge Chinesin kennengelernt, die seit einem Jahr in Deutschland studiert und auf Heimaturlaub war. Mit ihr haben wir uns am 3. Tag paar Spots aus einem Kunst-Reiseführer angesehen (mal was anderes). Da die Stimmung gut war, hat sie sich spontan entschieden, uns für paar Tage zu begleiten und mit uns nach Hangzhou zu fahren.

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Wir wünschen einen guten Rutsch! Sretna nova godina! Happy new year! Sawasdee pe mai!

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Peking (Beijing)

Nach rund 40°C im Süden Indiens ging es (via Sri Lanka) ins tief-winterliche Peking im Norden Chinas, wo Temperaturen zwischen bestenfalls 0 und -11°C auf uns warteten. War eine ziemlich harte Umstellung, aber wir haben es soweit gut überstanden. Die Temperatur war aber nicht das einzige, dass sich mit der Einreise nach China radikal geändert hat: hier ist alles komplett durchgeplant/strukturiert, hatte Hand und Fuß und es ist sehr sauber – man fühlt sich wie in einer der besseren Regionen Europas.

Mit den Ho(s)tels haben wir es immer so gehandhabt, dass wir in eine Gegend gefahren sind, wo viele waren – so kann man sich das Zimmer vorher ansehen und sehr oft lässt sich beim Preis auch noch etwas machen. Klar klappt es so nicht immer auf Anhieb, aber im Großen und Ganzen hat es bisher gut funktioniert. In Peking sind wir allerdings erst sehr spät gelandet, waren dann erst nach 3 Uhr morgens in der Stadt und hatten einfach nicht damit gerechnet, dass Peking nachts komplett down ist. Es war kalt und so gut wie alles nur auf chinesisch angeschrieben. Das erste Hotel, das wir gefunden haben, war komplett belegt – oder man hat uns schlicht und einfach nicht verstanden. Dann sind wir einem Chinesen über den Weg gelaufen, der ein paar Brocken Englisch gesprochen hat und extrem hilfsbereit war… mit seiner Hilfe haben wir dann nach einiger Zeit etwas gefunden: allerdings ohne Heizung und nicht unbedingt dichtem Fenster – wählerisch waren wir dann aber nicht mehr und mit x Schichten Kleidung, Schlafsack und allen Decken, die wir dort gefunden haben, ging es schon irgendwie. Am nächsten Tag haben wir dann – nur paar hundert Meter entfernt – ein sehr gutes Hostel zum selben Preis gefunden.

Für Peking haben wir uns relativ viel Zeit genommen – Peking ist eine sehr moderne Stadt, wo aber auch viel traditionelles bewahrt wurde und entsprechend gab es viel zu sehen. Daher ging es trotz der Kälte erst nach einer Woche weiter. Hier ein paar der Spots, die wir besichtigt haben: den Konfuzius-Tempel, die “Verbotene Stadt”, den Tian’anman Platz, das olympische Stadion, den Himmelstempel, die Ming-Gräber und natürlich durfte auch ein Ausflug zur chinesischen Mauer nicht fehlen. Auch haben wir einige  Märkte besucht, haben uns im “Red Theater” eine Kung-Fu-Show angesehen und vieles mehr. Fortbewegt haben wir uns fast ausschließlich mit der U-Bahn, was sehr gut funktioniert hat und günstig war.

Schwierig hingegen war die Konversation, da hier so gut wie niemand Englisch spricht – und so werden selbst simple Dinge wie Essen gehen zur Herausforderung. Bei den meisten Restaurants gibt es zwar Speisekarten mit Bildern, aber nicht immer haben wir jenes bekommen, nachdem es ausgesehen hat. Wenn man viel Glück hat, ist jemand im Restaurant, der Englisch spricht und einem zur Hilfe kommt… kommt aber nur sehr, sehr selten vor. Wir haben uns somit zunehmend aufs “Streetfood” beschränkt, wo man sieht was man bekommt und nur mehr noch drauf zeigen braucht. Auch nach dem Weg fragen war nicht einfach – vielleicht hatten wir einfach Pech, aber zumindest jene Chinesen die wir gefragt haben, haben sich auf Karten sehr schlecht zurecht gefunden. Sein Ziel aussprechen funktioniert auch oft nicht, da die chinesischen Wörter extrem unterschiedlich betont werden und wenn man  es nur bisschen anders sagt, verstehen sie es schon nicht. Aber trotz all dem haben wir uns unterm Strich sehr gut zurecht gefunden und hatten eine gute Zeit in Peking!

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Incredible India!

“Incredible India!” – wie das offizielle Motto des indischen Tourismus-Ministeriums lautet – trifft es schon sehr gut: Indien ist einfach unglaublich! Im Positiven, wie im Negativen. Und es ist wirklich schwierig, es in Worte zu fassen.

Unser erster Eindruck war ein ziemlicher “Kulturschock” (wie ich bereits geschrieben habe)… allerdings haben wir mit Delhi auch mit einer besonders prekären Stadt bzw. Region Indiens angefangen. Die Armut, der Dreck und der jeweils dazugehörige “Geruch” ist allgegenwärtig. Es gehört zum Alltag, dass man zB in einer belebten Kreuzung, inmitten von Menschenmassen, über einen Inder steigen muss, der sich ausgerechnet dort zum Schlafen hingelegt hat.

Alles läuft extrem chaotisch ab… der Verkehr… das Anstellen in einer Schlange (zB Zug-Ticket kaufen)… es scheint jeder der Meinung zu sein, dass er es eiliger als die anderen hat. Irgendwie funktioniert es dann trotzdem… aber alles andere als gut bzw. effizient. Beachtlich dabei ist, dass die Inder das alles extrem gelassen nehmen. Alles kein Grund für Aufregung… so läuft es halt. Es ist alles komplett unstrukturiert und irgendwie unfertig… in Delhi, Indiens Hauptstadt, findet man sogar in den noblen Vierteln/Einkaufsstraßen kaum ein komplett intaktes Gebäude.

Dann kommt noch dazu, dass in Indien alles sehr bürokratisch ist. Selbst simple Dinge wie zB ein kurzer Besuch in einem Internet-Café erfordert einen Eintrag im “Logbuch”, inklusive Angabe verschiedenster Daten bis hin zu Unterkunft und Reisepass und/oder Visum-Nummer. Das check-in in ein Ho(s)tel dauert schon mal länger als eine halbe Stunde.

All das war für uns anfangs schwierig und teilweise schockierend, mit der Zeit sieht man es aber zunehmend mit “indischen Augen” und blendet es somit immer mehr aus… es ist einfach so – “incredible India”. Und wenn der erste “Schock” mal verdaut ist, schimmert immer mehr das Positive durch. zB die bereits erwähnte Gelassenheit, die Vielfältigkeit, das intensive indische Essen, die abwechslungsreiche Landschaft und Tierwelt, die Märkte, die Gerüche. Die vergleichsweise einfache Verständigung, weil sehr viele Englisch sprechen. Das extrem gut ausgebaute Eisenbahnnetz, dank dem man gut voran kommt … – Indien ist auf jeden Fall eine Reise wert, dass muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben!

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Südindien

Wie bereits vor über zwei Wochen angekündigt, wollten wir es im südlichen Indien etwas gemütlicher angehen. So ist es dann auch gekommen – wie man sieht, auch was die Blog-Beiträge betrifft ;) Da wollen wir jetzt etwas nachreichen.

Mumbai
Wie bereits geschrieben, ist in Mumbai aufgrund der “Staatstrauer” rund um den Tod von Bal Thackeray nicht viel passiert, außer das wir sehr viel herumspaziert sind und die Stadt in einem besonders “leeren” Zustand erleben durften. Erst am letzten Tag ist alles langsam wieder in Schwung gekommen, so dass wir zumindest den Tripp zur Elephant Island machen konnten. Die Höhlen dort (das Highlight) hatten zwar zu, aber die Schifffahrt und Insel an sich (mit den vielen Affen) hatte auch definitiv seinen Charme.

Anjuna (Goa)
Am selben Tag zu später Stunde ging es dann noch mit dem Nachtzug (“Sleeper”-Klasse) nach Goa. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht wohin genau wir wollen, das haben wir dann am nächsten Tag in der Früh nach einigem recherchieren spontan entschieden – geworden ist es der Norden von Goa, genauer: Anjuna. Goa ist auf jeden Fall seinem Ruf bzw. Klischee gerecht geworden: bei heißen Temperaturen (30 – 35 °C) am Strand liegen, im Meer plantschen, Volleyball oder Frisbee spielen und an den Abenden in einer der zahlreichen Strandbars abhägen. Beim Ho(s)tel hatten wir auch Glück – das bis dahin wohl beste Hotel zum bis dahin besten Preis. Insofern stand einem längeren Aufenthalt nichts im Wege. Natürlich sind wir nicht nur am Strand gelegen ;) zB haben wir uns auch mal Scooter/Roller ausgeliehen und haben uns paar Orte in der Gegend angesehen (zB Baga, Old Goa). Eigentlich wollten wir noch für paar Tage nach Palolem (im Süden von Goa), leider habe ich aber beim Essen etwas Schlechtes erwischt und war dann für paar Tage “gehandicapt”, weshalb wir einfach in Anjuna geblieben sind.

Kerala
Nach rund 10 Tagen Aufenthalt in Anjuna, ging es dann weiter nach Kerala, ganz im süden Indiens, ebenfalls mit dem Nachtzug – diesmal allerdings in der “AC”-Klasse, nachdem es doch nicht so lustig war über rund 30 Inder steigen zu müssen, wenn man mal in der Nacht aufs WC musste (“Sleeper”-Klasse). Erster Stopp in Kerala war Alappuzha, das für die Backwater bekannt ist und auch “Indiens Venedig” genannt wird. An dieser Stelle am besten die Bilder ( http://blog.karadza.at/2012/12/alappuzha-backwater-kerala-bilder/ ) ansehen ;) Danach ging es wieder ein kleines Stück zurück in den Norden, nach Kochi, wo wir die restlichen Tage bis zum Abflug nach Peking verbracht haben. Zumindest mir hat es hier nicht ganz so gut gefallen, was wohl vor allem am relativ tropischen Klima gelegen haben durfte – rund 40°C bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit… jeder Schritt war einer zuviel! ;)

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